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Genchip Prostatakrebs Print
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Prostatakarzinome gehören zu den Tumorerkrankungen mit einer großen Variabilität im klinischen Verlauf. Von langsam wachsenden Tumoren ohne besonderes Bedrohungspotential bis zu äußerst aggressiven Karzinomen finden sich fließende Übergänge der Tumorbiologie. Zu den Differenzierungskriterien zählen auf der histopathologischen Ebene der Gleason-Score mit allerdings nur begrenzter Aussagekraft bei Nadelbiopsien.

Die ausgeprägte Individualität der Tumorerkrankungen lässt sich am besten durch globale Untersuchungsverfahren analysieren. Genexpressionsarrays (Genchips) sind das aktuellste Werkzeug hierzu. Mit dem von uns verwendeten Agilent 44K Microarray wird die Aktivität aller etwa 20.000 bis 25.000 Gene eines Tumors parallel erfasst. Damit bieten diese Microarrays in einzigartiger Weise die Möglichkeit einen kompletten Fingerabdruck des Tumors zu erstellen, mit dem sich verschiedene klinisch relevante Fragestellungen simultan beantworten lassen.

Genexpressionsuntersuchungen gehören bei anderen Tumorerkrankungen, wie z. B. bei Brustkrebs und Dickdarmkrebs in spezialisierten Zentren bereits zur klinischen Routine. Bei Brustkrebs haben zwei dieser Untersuchungsverfahren in den USA bereits eine Genehmigung der Zulassungsbehörde (FDA) zur Verwendung als klinischer Test. Eines dieser Verfahren basiert auf der gleichen Plattform wie der von uns verwendete Genchip.

In den vergangenen Jahren sind von mehreren Forschungsgruppen Genexpressionsmuster für Prostatakarzinome publiziert worden, die eine für die Behandlung wichtige exaktere Prädiktion des Krankheitsverlaufs erlauben. Einer der Vorteile unseres Genchip-Verfahrens liegt nun darin, dass wir alle relevanten Genmuster (sog. Metagene, Gensignaturen, genetische Fingerabdrücke oder Genprofile) abbilden und in einer synoptischen Bewertung für den individuellen Patienten nutzbar machen können. Sie erhalten nach Abschluss der Untersuchungen ein ausführliches Gutachten und eine CD mit einer Excel-Datei der Aktivität aller Gene Ihres Tumors.

 Testvoraussetzung: Die Untersuchung kann an tiefgefrorenem Gewebe durchgeführt werden. Weil wir über ein neuartiges Verfahren verfügen, das solche Analysen auch an Formalin-fixiertem Paraffinmaterial (FFPE) Paraffingewebe erlaubt, sind für diese Untersuchungen außer den für die klassische Diagnostik notwendigen Nadeln keine zusätzlichen Biopsien erforderlich. Ein von uns entwickeltes innovatives Mikrodissektionsverfahren ermöglicht die wichtige Separierung von Karzinomgewebe und Normalgewebe bzw. gutartigen Veränderungen vor der Genchipuntersuchung. FFPE-Tumorgewebe wird üblicherweise 10 Jahre in den Instituten für Pathologie aufbewahrt, von denen die Krebsdiagnose gestellt worden ist. Minimale Gewebemengen (z. B. Nadelbiopsien) reichen für die Genchipuntersuchungen aus.

Testdauer: Das Testergebnis liegt in der Regel in einer Woche vor.

Logistik: Die Vorlaufzeit für den Transport von tiefgefrorenen Geweben beträgt bundesweit mindestens 24 Stunden vor einem geplanten Eingriff. FFPE-Blöcke werden von uns bei dem jeweiligen Institut für Pathologie angefordert. Ein Anruf genügt (Festnetz: 0211 913 12 220 oder Mobil/Hotline: 0171 784 989 4). Wir kümmern uns dann um die gesamte Logistik.