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CUP-Syndrom

Der Begriff CUP-Syndrom steht für die Bezeichnung „Cancer (Carcinoma) of unknown primary“ und beschreibt ein Krankheitsbild, bei dem an unterschiedlichen Stellen im Körper Metastasen auftreten, aber die Lokalisation des streuenden Ursprungstumors nicht bekannt ist. Bei drei bis fünf von hundert Patienten wird die Diagnose Krebs aufgrund solcher Metastasen gestellt. Bei einem Teil dieser CUP-Fälle gelingt es den Ärzten trotz intensiver weitergehender Diagnostik überhaupt nicht mehr, den Ursprungsherd zu finden. Für die medikamentöse Behandlung ist diese Situation prekär, weil die Therapiewahl in wesentlichen Aspekten von der Art des Ausgangstumors abhängig gemacht wird. Aus diesem Dilemma hilft das Grundkonzept der onkologischen Präzisionsmedizin. Hier spielt weniger der Herkunft des Tumors eine Rolle, sondern die individuellen tumorbiologischen Merkmale.

Von einem schwimmenden Eisberg sind nur weniger als 20% oberhalb der Wasserlinie sichtbar. Von Genen, die individuell für CUP Erkrankungen therapierelevant sein könnten, ist der erkennbare Anteil sofern er mit klassischen Verfahren (z.B. Immunhistochemie) bestimmt wird noch weitaus geringer.

Hier setzt die onkologische Präzisionsmedizin an. Therapierelevante Gene werden identifiziert und genau charakterisiert. Neue zielgerichtete Medikamente werden entwickelt und im Rahmen einer Vielzahl von Therapiestudien oder auch bei individuellen Heilversuchen verwendet.

Neue Untersuchungsmethoden charakterisieren den Tumor

Mit der umfassenden Analyse behandlungsrelevanter Genaktivitätsmuster des Tumors liefert der PANTHER-Test einen wichtigen Beitrag zur Personalisierung der Tumorbehandlung. Der 3D-Spheroid-Chemosensitivitätstest erlaubt eine gezielte Zytostatikatherapie und nicht nur eine Behandlung nach dem Trial-and-Error-Prinzip, bei dem der Patientin/dem Patieten eine starke Einschränkung der Lebensqualität bei unsicheren Erfolgsaussichten zugemutet wird. Dank neuer molekularbiologischer und biomedizinischer Erkenntnisse rücken Target-Therapien (gezielte Krebstherapien) immer mehr in den Vordergrund des medizinischen Interesses. Molekulare Ziele der Target-Therapien sind für individuelle Tumoren charakteristische Mutationen oder erhöhte Aktivitäten von Krebsgenen. Innovative Verfahren wie der PANTHER-Test in Verbindung mit umfassenden Mutationsuntersuchungen der wichtigsten Krebsgene und Tumorsuppressorgene, MultiOnkogenMutationstests (MOMs), entschlüsseln individuelle Krebsgenome bezüglich solcher Merkmale, die für eine Target-Therapie geeignet sind. Solche kombinierten CancerGenomeLandscape Assays stehen je nach Problemstellung in verschiedenen Varianten zur Verfügung.

CUP Cluster unter dem Mikroskop

Isoliertes Zellcluster verschiedener Größe bei CUP. Zellkerne: blau; tumorspezifische Marker: grün (Cytokeratin) und rot: EpCAM. Kleine Zellen mit violettem Saum: Leukozyten.

Therapieverlauf überwachen und optimieren

Liquid Biopsies werden neue Verfahren genannt, mit denen man ohne einen operativen Eingriff wichtige Informationen über den Tumor und sein Ansprechen auf die gewählte Therapie gewinnen kann. Eine Blutprobe reicht aus. Grundlage für diese Untersuchungen sind entweder zirkulierende Tumorzellen (CTCs) oder zirkulierende freie Tumor-DNA (cftDNA). CTCs informieren über die Erfolgsaussichten einer laufenden Therapie. Mit speziellen Techniken lassen sich CTCs isolieren. Hocheffiziente molekularbiologischen Methoden erlauben es, aus einer oder wenigen dieser CTCs genügend RNA und DNA zu gewinnen, um die Aktivität aller Gene des Tumors mittels PANTHER-Chiptest oder auch MultiOnkogenMutationstests (MOMs) durchzuführen. Falls aus der Blutprobe keine Tumorzellen zu isolieren sind, können therapierelevante Mutationen auch mittels MultiOnkogenMutationstests (MOMs) an zirkulierender freier Tumor-DNA (cftDNA) aus dem Serum identifiziert werden. Diese Untersuchung ist von besonderer klinischer Relevanz, weil Tumoren unter Target-Therapie häufig schon nach einem halben Jahr durch Selektion ihr Mutationsmuster ändern können und dann keinen Angriffspunkt für die laufende Therapie mehr bieten.

Sanfte Krebstherapie durch Personalisierung

Der Traum einer personalisierten hochspezifischen sanften Krebstherapie dürfte durch Innovationen bei der Entwicklung von individuellen Impfstoffen der Verwirklichung näher kommen. Neue diagnostische Verfahren, pan-genomische PANTHER-Genaktivitätsuntersuchungen und EXOM-MOMs könnten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung individueller Krebsimpfstoffe leisten.

Gerade im Zusammenhang mit der Herstellung solcher personalisierten Krebsimpfstoffe kann es von entscheidender Bedeutung sein, darauf Wert zu legen, dass ein Teil des Tumorgewebes bei der Operation für solche Zwecke tiefgefroren (kryokonserviert) wird. UOMORPHIS bietet eine solche Kryokonservierung an, entweder als Standardkonservierung in der Dampfphase von flüssigem Stickstoff bei einer Temperatur von minus 190 Grad Celsius oder als LIFE-Kryokonservierung, bei der die Tumorzellen isoliert und Computer-kontrolliert in einem Spezialmedium lebend eingefroren werden.

Um Ihren persönlichen Weg für eine erfolgreiche Behandlung zu finden, können Sie sich gerne auch persönlich durch Prof. Bojar beraten lassen.

Wir beraten Sie bei der Wahl der richtigen Therapie bei CUP-Syndrom!


Untersuchungsmethoden bei CUP-Syndrom


CancerGenome Landscape Assay

Umfangreichster molekulargenetischer Test umfasst die komplette Mutationsanalyse aller Gen des Menschen, die für Proteine kodieren (Exom-Analyse) und die Aktivitäsbestimmung aller ca. 20 000 Gene des Tumors.

Chemo-/ Biologikasensitivität

Der Test bestimmt das Ansprechen auf Zytostatika und naturheilkundlichen Medikamenten an isolierten lebenden Tumorzellen.

MultiOnkogen Mutationstests (MOMs)

Hierbei handelt es sich um verschiedene umfangreiche Mutationsuntersuchung. Auf die individuelle Tumorerkrankung zugeschnitten identifizieren sie behandlungsrelevante Mutationen für Target-Therapien.

Panther-Test

Der umfassendste molekulargenetische Test bestimmt die Aktivität aller Gene eines Tumors. Er erlaubt Aussagen zum Erkrankungsrisiko bei primärem Brustkrebs (OncoAssay Score) und zum Ansprechen auf diverse Therapiemodalitäten. Für alle Tumorarten geeignet.

zirkulierende Tumor DNA

zirkulierende Tumor DNA

Der Test identifiziert Mutationen in Tumor-DNA aus Serum oder Plasma. Er dient der Real-time Mutationsanalyse bei verschiedenen Tumorerkrankungen unter Target-Therapien (Real-time liquid biopsy). Resistenzen durch Target-Verlust können damit frühzeitig erkannt werden.

NextGen Oncology Group