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Pankreaskrebs

Pankreaskrebs ist eine bösartige Gewebsveränderung der Bauchspeicheldrüse. Neben Darm- und Magenkrebs ist Pankreaskrebs der dritthäufigste Tumor im Verdauungstrakt. Fast alle Karzinome des Pankreas sind sog. Adenokarzinome, die aus den Epithelien des Pankreasganges hervorgehen. Bereits in frühen Stadien infiltriert das Pankreaskarzinom das umliegende Gewebe. Neben operativen Maßnahmen steht die Chemotherapie im Vordergrund der Behandlung. Seit 2014 ist nab-Paclitaxel (Albumin-gebundenes Paclitaxel / Abraxane®) in Kombination mit Gemcitabin zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom zugelassen. Nach aktuellen Statistiken (2014) liegt die gesamt 5-Jahres-Überlebensrate bei 5%. In dieser Situation wird intensiv nach neuen Therapieansätzen gesucht, die eine Individualisierung der medikamentösen Behandlung auf der Basis einer genauen molekularen Charakterisierung der Tumoren ermöglichen. Diese Ansätze werden als onkologische Präzisionsmedizin bezeichnet. Die onkologische Präzisionsmedizin setzt neuartige molekulare Untersuchungsverfahren voraus, die uns in unserem Zentrum in Form von Next-generation Mutationsanalysen (MultiOnkogenMutationstests, MOMs) und genomweiten Genexpressionanalysen (PANTHER Chip Tests) zur Verfügung stehen.

Von einem schwimmenden Eisberg sind nur weniger als 20% oberhalb der Wasserlinie sichtbar. Von Genen, die individuell für Pankreskrebs therapierelevant sein könnten, ist der erkennbare Anteil nahezu gleich Null.

Hier setzt die onkologische Präzisionsmedizin an. Therapierelevante Gene werden identifiziert und genau charakterisiert. Neue zielgerichtete Medikamente werden entwickelt und im Rahmen einer Vielzahl von Therapiestudien oder auch bei individuellen Heilversuchen verwendet.

Neue Untersuchungsmethoden charakterisieren den Tumor

Mit der umfassenden Analyse behandlungsrelevanter Genaktivitätsmuster des Tumors liefert der PANTHER-Test einen wichtigen Beitrag zur Personalisierung der Tumorbehandlung. Der 3D-Spheroid-Chemosensitivitätstest erlaubt eine gezielte Zytostatikatherapie und nicht nur eine Behandlung nach dem Trial-and-Error-Prinzip, bei dem der Patientin/dem Patieten eine starke Einschränkung der Lebensqualität bei unsicheren Erfolgsaussichten zugemutet wird. Dank neuer molekularbiologischer und biomedizinischer Erkenntnisse rücken Target-Therapien (gezielte Krebstherapien) immer mehr in den Vordergrund des medizinischen Interesses. Molekulare Ziele der Target-Therapien sind für individuelle Tumoren charakteristische Mutationen oder erhöhte Aktivitäten von Krebsgenen. Innovative Verfahren wie der PANTHER-Test in Verbindung mit umfassenden Mutationsuntersuchungen der wichtigsten Krebsgene und Tumorsuppressorgene, MultiOnkogenMutationstests (MOMs), entschlüsseln individuelle Krebsgenome bezüglich solcher Merkmale, die für eine Target-Therapie geeignet sind. Solche kombinierten CancerGenomeLandscape Assays stehen je nach Problemstellung in verschiedenen Varianten zur Verfügung.

Pankreaskrebs Cluster

Isoliertes Zellcluster bei Pankreaskrebs. Zellkerne: blau; tumorspezifische Marker: grün (Cytokeratin) und rot: EpCAM. Kleine Zellen mit violettem Saum (unten): Leukozyten.

"Therapieverlauf überwachen und optimieren"

Liquid Biopsies werden neue Verfahren genannt, mit denen man ohne einen operativen Eingriff wichtige Informationen über den Tumor und sein Ansprechen auf die gewählte Therapie gewinnen kann. Eine Blutprobe reicht aus. Grundlage für diese Untersuchungen sind entweder zirkulierende Tumorzellen (CTCs) oder zirkulierende freie Tumor-DNA (cftDNA). CTCs informieren über die Erfolgsaussichten einer laufenden Therapie. Mit speziellen Techniken lassen sich CTCs isolieren. Hocheffiziente molekularbiologischen Methoden erlauben es, aus einer oder wenigen dieser CTCs genügend RNA und DNA zu gewinnen, um die Aktivität aller Gene des Tumors mittels PANTHER-Chiptest oder auch MultiOnkogenMutationstests (MOMs) durchzuführen. Falls aus der Blutprobe keine Tumorzellen zu isolieren sind, können therapierelevante Mutationen auch mittels MultiOnkogenMutationstests (MOMs) an zirkulierender freier Tumor-DNA (cftDNA) aus dem Serum identifiziert werden. Diese Untersuchung ist von besonderer klinischer Relevanz, weil Tumoren unter Target-Therapie häufig schon nach einem halben Jahr durch Selektion ihr Mutationsmuster ändern können und dann keinen Angriffspunkt für die laufende Therapie mehr bieten.

"Sanfte Krebstherapie durch Personalisierung"

Der Traum einer personalisierten hochspezifischen sanften Krebstherapie dürfte durch Innovationen bei der Entwicklung von individuellen Impfstoffen der Verwirklichung näher kommen. Neue diagnostische Verfahren, pan-genomische PANTHER-Genaktivitätsuntersuchungen und EXOM-MOMs könnten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung individueller Krebsimpfstoffe leisten.

Gerade im Zusammenhang mit der Herstellung solcher personalisierten Krebsimpfstoffe kann es von entscheidender Bedeutung sein, darauf Wert zu legen, dass ein Teil des Tumorgewebes bei der Operation für solche Zwecke tiefgefroren (kryokonserviert) wird. UOMORPHIS bietet eine solche Kryokonservierung an, entweder als Standardkonservierung in der Dampfphase von flüssigem Stickstoff bei einer Temperatur von minus 190 Grad Celsius oder als LIFE-Kryokonservierung, bei der die Tumorzellen isoliert und Computer-kontrolliert in einem Spezialmedium lebend eingefroren werden.

Um Ihren persönlichen Weg für eine erfolgreiche Behandlung zu finden, können Sie sich gerne auch persönlich durch Prof. Bojar beraten lassen.

Wir beraten Sie bei der Wahl der richtigen Therapie bei Pankreaskrebs!


Untersuchungsmethoden bei Pankreaskrebs


CancerGenome Landscape Assay

Umfangreichster molekulargenetischer Test umfasst die komplette Mutationsanalyse aller Gene des Menschen, die für Proteine kodieren (Exom-Analyse) und die Aktivitäsbestimmung aller ca. 20 000 Gene des Tumors.

Chemo-/ Biologikasensitivität

Der Test bestimmt das Ansprechen auf Zytostatika und naturheilkundlichen Medikamenten an isolierten lebenden Tumorzellen.

MultiOnkogen Mutationstests (MOMs)

Hierbei handelt es sich um verschiedene umfangreiche Mutationsuntersuchung. Auf die individuelle Tumorerkrankung zugeschnitten identifizieren sie behandlungsrelevante Mutationen für Target-Therapien.

Panther-Test

Der umfassendste molekulargenetische Test bestimmt die Aktivität aller Gene eines Tumors. Er erlaubt Aussagen zum Erkrankungsrisiko bei primärem Brustkrebs (OncoAssay Score) und zum Ansprechen auf diverse Therapiemodalitäten. Für alle Tumorarten geeignet.

zirkulierende Tumor DNA

zirkulierende Tumor DNA

Der Test identifiziert Mutationen in Tumor-DNA aus Serum oder Plasma. Er dient der Real-time Mutationsanalyse bei verschiedenen Tumorerkrankungen unter Target-Therapien (Real-time liquid biopsy). Resistenzen durch Target-Verlust können damit frühzeitig erkannt werden.

CTC circulating tumor cells

Zirkulierende Tumorzellen (CTC)

Der Test dient der Bestimmung der Belastung des Blutes durch Tumorzellen. Er erlaubt eine molekulargenetische Charakterisierung der Tumorerkrankung (Real-time liquid biopsy).